Kinder-Kalender

Kalender3Die Dreijährige interessiert sich mit dem neuen Kindergartenenjahr zunehmend dafür, welcher Wochentag ist, bzw. wie lange etwas noch hin ist. Ich finde es total spannend, wie sie versucht etwas zeitlich zu verorten. Bisher passiert das noch ziemlich erfunden. So argumentiert sie gerne, dass Papa sie “übermorgen” wieder in Bett bringen dürfe, oder “am Montag”, auch wenn sie gar keine wirkliche Vorstellung hat, wann genau das ist. Später erstmal.

Gerne möchte ich den Wunsch in ihr, sich besser mit den Zeiten und den Terminen, die sich plötzlich ziemlich regelmäßig in unserem Kalender finden, auseinander zu setzen. Kurz vor ihrem ersten Geburtstag habe ich ziemlich viel über Montessori-Pädagogik gelesen. Auch wenn ich es nicht schaffe, diesen Ansatz komplett in unser Leben zu integrieren, finde ich die Philosophie dahinter so sinnvoll. Daher verfolge ich weiter ein paar Blogs, die sich mit diesem Alltag vorwiegend auseinander setzen. Besonders gerne mag ich Eltern vom Mars, vor allem weil die Tochter Julia nur ein paar Monate älter als meine Tochter ist.

Worauf ich hinaus will: Montessori-inspiriert wollte ich meiner Tochter die Gelegenheit geben, selbst den richtigen Tag in der Woche zu bestimmen, sich selbstbestimmt in der Woche zu verorten – was war, was ist, was wird sein. Ich glaube, das ist ein Zeitraum, der langsam begreifbar für sie wird.  Also hab ich mal geschaut, was es so gibt (also gegoogelt), war nicht so beeindruckt und habe mich dann hingesetzt und gebastelt. *bastelmuddi on*

Kalender1Wichtig war mir, dass sie den Kalender selbst bedienen kann, deshalb ist er laminiert und mit den Klammern versehen. Jeder Tag hat eine Zeile bekommen, links ist für ihre Termine, rechts für Mama und Papa oder allgemeine Familientermine. Für die Klammern hab ich mir passende Bildchen aus dem Netz gesucht, angemalt und laminiert.

Kalender2Folgende Bedeutungen haben die Klammern:

  • Trampolin = Kinderturnen
  • Puppe = Spielzeugtag im Kindergarten
  • Schildkröte = Besuch bei der Großtante (die Schildkröten hat)
  • Bücher = Bibliotheksbesuch
  • Gitarre = Musikschule
  • Koffer = wir bekommen Besuch
  • 2 Kinder = wir treffen Freunde von der Tochter
  • Zug = Mama verreist
  • Stethoskop = Arzttermin
  • Flugzeug = Papa verreist

Jeden Sonntagabend planen wir die nächste Woche. Die meisten wiederkehrenden Termine kennt sie schon. Wenn sie mich dann in der Woche fragt, z.B. “Wann sehen wir P.?” kann ich sie auf den Kalender verweisen, was sie auch akzeptiert.

Lustigerweise hab ich bei Glückskindl ein paar Tage später auch einen Wochenenplaner für Kleinkinder entdeckt. Zwei Doofe Muddis, ein Gedanke.

Ein paar Kleinigkeiten habe ich nicht bedacht: Manchmal haben wir mehrere Treffen z.B. mit Freunden, das lässt sich noch nicht so gut abbilden, vielleicht bastele ich da noch eine weitere Klammer. Auch ist der Platz für mehr als einen Termin/Ereignis pro Tag sehr eng. Oft stecke ich die Klammern dann aufeinander. Und manche besondere Ereignisse, wie das kommende Laternen- oder Weihnachtsfest sind da nicht dabei. Aber es geht hier ja auch um den Alltag. Und für Weihnachten gibt’s ja einen extra Kalender. *stay tuned* *Bastelmuddi off*

Einer geht…

SeeIn diesem Jahr steckt der Wurm. Nachdem das letzte vor allem in beruflicher und damit auch in finanzieller Hinsicht ein ziemlicher Tiefschlag war, folgt in diesem der existentielle Tiefschlag. Einer nach dem anderen. Der wohl gravierendste war der Tod meines Vaters im Mai. Die Diagnose Krebs Ende Februar markierte den Anfang vom Ende, das viel schneller und plötzlicher kam, als wir erwarteten. Einige Zeit später die nächste Krebsdiagnose in der Verwandtschaft. Dann erleidet ein geschätzter Professor einen Herzinfarkt mitten auf dem sonntäglichen Spielfeld und stirbt. Prominente Tote, die mich berühren: Philipp Mißfelder, so alt wie ich selbst. Hennig Mankell, so alt wie mein Vater. Letzte Woche dann die Nachricht, dass ein ehemaliger Arbeitskollege und Freund meiner Mutter sich das Leben genommen hat. Das Jahr der toten Männer. Ich bin sicherlich „geprimt“, wie der oben genannte Professor gesagt hätte, unterliege dem „Rudeleffekt“. Aber es fühlt sich an wie eine Welle, die mit sich reißt, was sich nicht festhält.

Ganz leise schleicht sich der Gedanke ein, dass alles Glück gefährdet ist, auch das kleine zappelnde Glück in meinem Bauch. Das kleine Glück, das genau 9 Monate nach dem Todestag seines Großvaters seinen errechneten Entbindungstermin hat.

Einer geht, einer kommt.