Anna & Elsa

DSC_4958Ich bin kein großer  Fan von Disney – mehr. Die Filme und Serien, die vielen Figuren haben meine eigene Kindheit geprägt: Mickey Mouse Hefte, das lustige Taschenbuch, Donald Duck und seine Neffen waren regelmäßige Begleiter, später dann auch die Filme: der König der Löwen, Aladdin, die Schöne und das Biest, Arielle… Mit der zunehmenden Digitalisierung wurden die Figuren irgendwie platter und auch die Geschichten eindimensionaler. Nur die Kooperation mit Pixar rettete es ein bisschen. 2006 (uh, 10 Jahre fast) hatte ich dann so eine Real Life Erfahrung mit Disney: einen Team Building Ausflug während eines Praktikums in den USA in Orlando. Ich werde wohl das “have a magical day” am Ende jeder Nachfrage, wann denn nun endlich unsere Zimmer zu beziehen sind, nie vergessen. Der Tag war nämlich überhaupt nicht magical gewesen. Insgesamt ein erhellender Einblick in die etwas künstliche amerikanische Kultur.

Von Frozen hörte und las ich nur, ich sag Fasching die Kleider und hatte alle meine Vorteile bestätigt: billiger Prinzessinnen-Schmu. Ein paar andere Meinungen sickerten durchs Netz zu mir. Der sei ja gar nicht so sexistisch und ausserdem wäre Anna die wahre Heldin, auch wenn alle sich als Elsa verkleiden wollen. Und dann kam das Kind in den Kindergarten und seit Fasching sind Anna und Elsa hier großes Thema. Aber irgendwie nur so secondhand: Keiner von uns beiden wusste genau, worum es geht. Um meine Neugier endlich zu befriedigen und damit das Kind endlich mal richtig mitreden kann, gab es die Eiskönigin nun vom Osterhasen.

Insgesamt bin ich positiv überrascht: Auch wenn die Figuren äußerlich sehr klischeehaft sind, Prinzessinnen mit schönen Kleidern und Wespentaille, starke Männer und alle glauben, es müsse die Liebe zu einem Mann sein, die die Erlösung bringt, ist die Botschaft am Ende eine andere. Es ist die Schwesternliebe, die gewinnt. Dieses feste Band ist unzerstörbar, ist eben die ganz besondere Beziehung, die am Ende sogar über der vermeintlich “wahren Liebe” steht. Außerdem besteht der Film den Bechedel-Test, was man von vielen “Erwachsenen-Filmen” nicht sagen kann. Allerdings muss ich sagen, dass die gerade 4-Jährige doch ein bisschen überfordert war, mit der Handlung, aber auch mit der Länge. Ich musste immer wieder anhalten und ihre Fragen beantworten. Wir werden wohl noch eine Weile bei den eher kurzen Episoden von Shaun das Schaf, Conny und Laura bleiben. Für komplexere Filme haben wir ja noch ein bisschen Zeit. Ich bin sehr gespannt, ob ihr dann die oben genannten Klassiker auch noch gefallen.

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