Trauer ist ein Boomerang

roseEs ist nun 13 Monate her, dass Du nicht mehr da bist. Am Anfang hat es richtig weh getan, die Tränen standen jederzeit bereit. Die Erinnerung an Dich eine ständige Begleitung. Die Fragen warum, der Schmerz, der Verlust. Das wich einem dumpfen, schweren Gefühl. Es fehlte etwas. Dann kam der Unglaube, das Nichtverstehenkönnen, das Nichtwahrhabenwollen. Kann es wirklich sein, dass Du nicht mehr da bist, nie wieder kommst? Ganz langsam folgte so etwas wie Akzeptanz. Das ist jetzt so. Die Lücke bleibt. Dann rückte der Jahrestag näher und ich musste ganz viel an die Zeit vorher denken. Die re:publica, diesmal nur aus der Ferne, ist das Damoklesschwert. Vier Tage nachdem ich letztes Jahr aus Berlin wieder da war, starbst Du. Die Erinnerung an die viele Zeit im Krankenhaus erdrückt, bedrückt mich, schnürt mir den Hals zu. An deinem Todestag stelle ich Dir endlich deine 2. Enkelin vor. Sovieles, was Du nicht mehr erleben darfst, was wir nicht mehr gemeinsam erleben können. Wie wäre wohl dein erster Kontakt mit ihr ausgefallen? Wäre sie auch in Tränen ausgebrochen, wie die Große oder hätte sie die freundliche Natur, die sie bisher bei allen gezeigt hat, auch Dir gezeigt?

Und dann verändert sich die Erinnerung. Es ist nicht mehr die Zeit vor einem Jahr im Vordergrund, sondern Fragmente aus allen Lebenszeiten drängen immer wieder in mein Bewusstsein. Kuchen backen an einem Samstag, das war ein Ritual – einer darf den Löffel, der andere die Schüssel auslecken. Ein Bericht über China in der Zeitung, immer ein Gedanke an Dich. Manchmal ist die Erinnerung auch weit weg, es gibt Tage an denen ich nicht oder nur sehr beiläufig an Dich denke. Und dann kommt der Boomerang zurück, mit aller Wucht. Eine Kleinigkeit, eine Situation. Ich hole die Feuerwehrautos, die Du uns aus Amerika mitgebracht hast, hervor nachdem die Große mit dem Kindergarten bei der Feuerwehr war. Das Kleid, dass die Große anhatte, als sie Dich zum ersten Mal besucht hat, passt jetzt der Kleinen. Ob Dir wohl die EM gefallen hätte? Ich höre Deine Kommentare, dein etwas sarkastisches Lachen; Dein angelesenes Fachsimpeln, dass Du so überzeugend als dein eigenes Wissen verkaufen kannst.

Und irgendwie fühlt es dann ein bisschen so an, als ob Du doch noch hier bist. Ein bisschen zumindest.

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