Das Teetassenkleid

teetassenkleidEs sollte das Geburtstagskleid für die Große werden. Leider wurde es nicht ganz fertig, auch weil mir ordntlich einen abgebrochen habe. An diesem Kleidungsstück habe ich viel Lehrgeld gelassen. Ich habe mal wieder an den Schnitten rumgebastelt, dann eine furchtbare Farb- und Stoffkombi zugeschnitten und wieder verworfen, die Paspel verkackt, mich mit der ollen Nähmaschine und Jersey rumgeärgert – bis mir der Geduldsfaden einmal zu oft gerissen ist. Und zu guter letzt habe ich es auch noch geschafft, beim Annähen der Rüsche mit der Overlock in den Stoff zu schneiden. Wer genau hinsieht, sieht dort einen Stoffaufnäher-Schmetterling. Dann war das Kleid viel zu groß und ist auch jetzt, nach einem halben Jahr immer noch zu weit. Vielleicht nähe ich doch noch mal heimlich ein paar Abnäher rein. Die Große liebt es jedenfalls und fragt ständig, wann sie es anziehen darf. Da ihre Sachen im Kindergarten extrem strapaziert werden, mag ich sie so Sachen, in die viel Arbeit, Nerven und Herzblut geflossen sind, nicht so gerne anziehen lassen. Zudem hat sie bei vielen Teilen die Ärmel zerbissen.

Lehrgeld:

  • einfach mal mit nem Schnitt arbeiten, nicht alles selbst machen wollen
  • gedehnte Paspel ist noch mal ein anderer Schnack, holla
  • endlich mal ordentliches Garn kaufen
  • endlich mal eine neue Nähmaschine kaufen – ich glaube mein Aldi-Möhrchen hat nun ausgedient

Info: 

Schnitt ist ein Shirt-Schnitt Leo von pattydoo als Grundlage, den ich dann verlängert habe

Teetassen aka Funny Rain von Hamburger Liebe 

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7 Monate

20160913_091213Dieser Monat war rasant, insbesondere was deine Entwicklung angeht. Ich dachte ja schon Deine Schwester sei fix gewesen, Du setzt noch einen drauf. Ein paar Tage nach deinem Halbjahresgeburtstag bist Du endlich “richtig” gekrabbelt. Deine Freude darüber, wie Du stolz die Knie und Arme nach vorne gesetzt hast – so schön. Gleich ein paar Tage später zeigte sich der Vorteil Deiner etwas ungewöhnlichen motorischen Übungen: Das Sitzen ist gleich mit erledigt. Aber beides reichte noch nicht: Stehen (also eigentlich Laufen) ist das Ziel und so hast Du Dich, obwohl das Krabbeln noch sehr langsam ist, gleich schon mit dem nächsten Fortschritt beschäftigt. Und auch das zu Deiner großen Freude. Du ziehst Dich hoch, an der Wippe, an dem Hocker oder im Laufstall und gluckst fröhlich und strahlst mich an. Ach, überhaupt, Du bist so ein fröhliches Kind, immer am Strahlen. Selbst wenn Du müde oder auch krank bist, kannst Du Dir für Dein Gegenüber noch ein Lächeln abringen. Zumindest wenn Du auf Mamas sicherem Arm bist. Fremdeln tust Du nur, wenn Du richtig müde bist. Auch den Raum kann ich mal verlassen, Du kannst Dich mit Belutschen und Hochziehen auch sehr gut selbst beschäftigen. Manchmal kommst Du nun auch schon hinter uns her. Das Zimmer Deiner großen Schwester mit all den aufregenden Kleinteilen hat schon eine gewisse Faszination. Noch kann man Dich z.B. mit einer Packung Taschtücher von den Spielen der Großen abenken, die nun so langsam Dein Zerstörungspotential erkennt. Deine Bewegungen sind noch langsam und einigermaßen vorhersehbar, so dass wir Blumen und andere gefärhliche Gegenstände noch in Sicherheit bringen können. Aber Du hast es auch schon geschafft, mit dem hochgebauten Duplohaus umzustürzen.

Beim Essen machen wir nur sehr langsam Fortschritte. Der Höhepunkt war nun ein halbes kleines Glas Möhren, dass Du gerne gegessen hast. Aber es gibt auch Tage, da geht gar nichts. Ich gebe Dir hin und wieder Obst zum Belutschen, Ablutschen, das scheinst Du ganz interessant zu finden. Seit ein paar Tagen habe ich nun die Babyschale gegen den Babysitz ausgetauscht, so dass Du nun richtig mit uns am Tisch sitzt. Das fühlt sich gut an, auch wenn Du noch nicht richtig mitisst. Meine Erfahrung mit der Großen, die ja nun wahrlich kein Kostverächter ist, sagt mir, dass deine Zeit auch noch kommt.

Die Nächte lassen derzeit sehr zu wünschen übrig. Du stillst häufig, machst manchmal die Windel voll und findest dann lange nicht in den Schlaf zurück. Dass ich schon mal regelmäßig 5 Stunden Schlaf am Stück bekommen habe, kommt mir gerade absurd vor. Nun bist Du auch das erste Mal richtig krank geworden, mit knapp 39 Fieber und Spuckerei. Letztere wohl durch den Virus bedingt, auch Deine große Schwester spuckt erstmal eine Runde wenn sie krank wird. Aber selbst als Kranke bist Du recht unkompliziert. Ich packe Dich in die Rücktrage und so kuscheln wir und ich kann dabei sogar noch ein paar Dinge erledigen. Schlafen und Essen funktioniert im Moment am besten im ruhigen Schlafzimmer. Wenn Du Deiner großen Schwester zu gucken kannst, ist das Essenangebot plötzlich sehr uninteressant.

Ach, Du kleine Maus – das Leben mit Dir macht viel Freude. Dein fröhliches Wesen und deine unkomplizierte Art machen es uns allen einfach. Man möchte Dich ständig knutschen. (Außer nachts).

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