Hallo 2017!

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In 2017 werde ich

… einen 1. und einen 5. Geburtstag ausrichten

… ein Kind in die Krippe eingewöhnen

… in den Urlaub fliegen

… mir Kleidung selbst nähen

… hoffentlich einen Job finden

… meine 10-jährige Beziehung mit dem Mann feiern

2017 erscheit mir gerade wie ein weißes Blatt, ziemlich ungeplant, aber mit vielen Möglichkeiten, die unserem Leben eine neue Wendung geben könnten. Oder auch nicht. Ich wünsche mir jedenfalls sehr, wieder zu arbeiten und einen Job zu finden, in dem ich meine Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen kann. Ich bin gespannt, wie sich die Beziehung meiner Mädchen entwickelt je älter sie werden. Vielleicht findne wir ja auch noch ein Haus oder eine Wohnung, die unseren Bedürfnissen (noch) besser entspricht. Vielleicht treibt es uns aber auch weiter. Ich bin jedenfalls froh, dass nach den Katastrophen in 2014 und 2015 das Jahr 2016 ein bisschen Ruhe und Zufriedenheit in unsere Familie gebracht hat.

 

Inspiriert von Carola von Frische Brise.

9 Monate kleines Mädchen

— den Eintrag zum 8. Monatsbericht habe ich bloss angefangen, das Fragment steht hier am Anfang. —

Ich bin diesen Monat extrem überfällig. Mich in Ruhe hinzusetzen und nachdenken und aufschreiben fällt mir schwer. Du bist nun so richtig mobil geworden. Krabbelst schnell durch die Wohnung, ziehst Dich hoch und beginnst erste Kletterversuche zu machen. Meistens bist Du ein zufriedenes Baby. Du liebst Action so wie deine Schwester, immer gucken, immer mitdrin ist dir am liebsten. Aber Du brauchst auch noch deine Auszeiten an Schlaf und Stillen. Die funktionieren allerdings nur bei Ruhe, also vor allem ohne Deine Schwester. Das findet sie meist ziemlich doof.

Schön ist auch deine geistige Weiterentwicklung. Du kennst nun alle, die zu uns gehören. Man kann auch schon richtig Quatsch mit dir machen. Du spielst „Verstecken“ mit uns. Erst verstecke ich mich hinter einem Tuch und Du lachst laut auf, wenn Du mich wieder siehst. Und dann nimmst Du das Tuch und versteckst Dich. Und lachst auch da wieder laut, wenn Du mich oder einen anderen siehst. Neben dem Hochziehen ist deine Lieblingsbeschäftigung Belutschen. Metallische Teile, L.s Playmobil.

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20161122_140729Tja, weiter bin ich für den 8. Monatsbericht nicht gekommen und nun bist Du heute 9 Monate alt. Also, ein neuer Versuch, wenigstens den Status heute mal festzuhalten. Insgesamt hat sich Deine Entwicklung verlangsamt, zumindest die sichtbaren, krassen Sprünge. Du verbesserst kontinuierlich Deinen Stand und läufst auch schon ein paar Meter an Möbeln oder der Badewanne entlang. So zum Ende des 7.Monat konntest Du Dich in eine kniende Position aufrichten. Das hilft Dir, Dich noch besser hochzuziehen und auch im Kontakt mit Deiner Schwester. Neu in den letzten Tagen ist, dass Du aus der Position nun ein Bein aufstellst, als ob Du Dich aufrichten willst zum Aufstehen. Und Du hast das Klettern entdeckt. Erst bist Du die Stufe an der Fensterbank hoch gekommen, nun schaffst Du es die zwei Stufen der Trittleiter hoch. Nur runter bist Du noch nicht besonders sicher. Auch Dein Krabbeln ist viel schneller und sicherer geworden. Du nutzt es vor allem, um uns hinterher zu krabbeln, wenn wir einfach den Raum verlassen. Wenn Du müde oder hungrig bist, gerne auch mit empörtem Gejammer. Wenn Du etwas spannendes gefunden hast, hälst Du es aber auch eine Weile alleine im Zimmer aus, auch wenn offensichtlich niemand da ist.

Belutschen ist immer noch Deine Lieblingsbeschäftigung. Gerne Papier und metallische Dinge. Lottes Zauberstab findest Du auch super. Einen kleinen Juchzer entlockt Dir, in greifbarerer Nähe zu meinem Handy zu sein. Nach dem Wasserschaden durch L.s Belutschen bin ich da jedoch sehr konsequent.

Toben kann man mit Dir mittlerweile auch. Du liebst es, auf dem Bett zu kugeln, in die Luft gehoben zu werden und den Bauch gemiezelt zu bekommen. Das Paradies für Dich, ist es in L. Zimmer zu sein und zu spielen. Mit Lotte macht ihr manchmal richtig Quatsch. Überhaupt, Lotte himmelst Du an. Und sie findet dich auch ziemlich gut. Außer du belegst Mama mal wieder über Gebühr.

Essen ist schwierig. Langsam hattest Du begonnen, Dich für Brei zu interessieren, also für mehr als 5 Löffel. Aber das hat leider dazu geführt, dass Deine Verdauung sehr schwer wurde und Du Schmerzen beim Windel voll machen hattest. Du hast dann auch ziemlich konsequent angefangen, den Brei nur in sehr begrenzten Mengen zu Dir zu nehmen. In den letzten Tagen sind wir nun wieder bei fast voll Stillen. Entdeckt hast Du auch, dass man den Brei durch Brummen/Prusten schön verteilen kann. Ich frage mich noch, ob das einfach eine neue motorische Errungenschaft ist, die Du unbedingt ausprobieren möchtest oder ob das eine neue Art ist, auszudrücken, dass das Essen nicht so Deins ist. Mundmotorik scheint gerade ein Bereich zu sein, wo Du Dich entwickelst, denn neben dem Prusten kannst Du seit ein paar Tagen auch Schnalzen. Jedenfalls führt das viele Stillen dazu, glaube ich jedenfalls, dass Du nicht so richtig gut satt wirst. Nachts haben wir wieder einen 2 Stunden Rhythmus. Glaube ich, ich schaue nicht mehr auf die Uhr, denn wenigstens sind die Unterbrechungen kurz und wir sind zum Stillen im Liegen übergegangen.

Wir haben unserer erste größere reise mit der Bahn hinter uns. Wir waren zu einem beruflichen Treffen in Dresden. Das hat alles sehr prima geklappt, selbst Schlafen und Stillen haben wir – manchmal unter widrigen Umständen – gut hingekriegt. Dann wurde halt mal aufm Klo vom Italiener gestillt. Anstrengend wars es trotzdem, permanent die Bedürfnisse zu antizipieren und zu schauen, wie sie in den Ablauf passen. Aber du warst wie immer ein freundliches Baby, das sich gut beschäftigen kann, so lang es immer dabei ist und Trubel ist. Sogar das Schlafen in Räumen mit anderen Menschen hat gut geklappt.

Insgesamt bist ein großes Baby, aber bei weitem nicht so speckig wie Deine große Schwester. Du hast braune Augen und Deine Haare sind dunkel geblieben, auch wenn es noch nicht besonders lange sind. Glatzi-Babys liegen wohl bei uns in der Familie. Du sabberst immer mal wieder sehr viel, aber wir warten immer noch auf Deinen ersten Zahn.

Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie das war vor mehr als 9 Monaten, als Du noch nicht da warst. Und es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern. Du bist so präsent, aber auch so freundlich und fröhlich, ähnlich wie Deine Schwester in manchen Dingen, aber doch besonders und eigen in so vielen anderen. Ich finde es so spannend, Dir beim Menschwerden zuzuschauen und Dich zu begleiten.

3. Oktober

Heute vor 16 Jahren war ich plötzlich alleine in der großen neuen Stadt. 2 Tage zuvor war ich ausgezogen und umgezogen. Meine Mutter und mein Freund waren wieder gefahren – ich Landei war nun alleine auf mich gestellt. Ich lief zum Zentrum, denn passenderweise richtete ebendiese Landeshauptstadt die Feierlichkeiten zur deutschen Einheit aus: Dresden. Ich schaute mir an, wie Kanzler Gerhard Schröder aus der Semperoper kam und von einem jungen Mann eine Flasche Bier gereicht bekam.

Dresden – mein neues Zuhause, meine erste richtige “Heimat”. Der Ort an dem ich mein Studium absolvieren sollte. Ich lebte und liebte, wie man so schön sagt. Es war der Ort an dem ich erst mich fand und dann meinen Mann. Der Ort an dem meine erste Tochter geboren werden sollte. An Dresden verlor ich mein Herz. Ein Ort, den ich unter Tränen verlassen sollte und 1 gutes Jahr unter “Liebeskummer” litt. Wenn ich heute nach Dresden schaue bin ich traurig bis entsetzt.

Der 3. Oktober ist für mich ein Familienfeiertag. Ohne die deutsche Einheit sähe mein Leben heute wohl ganz anders aus.

Hallo Juli!

JohannisbeereEin bisschen erkältet, nicht ganz so viel am Rechner und schon geraten alle Routinen auseinander. Also, hier erst am 3. Juli der Ausblick, inspiriert von Frau Frische Brise auf diesen Sommermonat. Also hoffentlich Sommer.

Im Juli werde ich …

… Johannisbeermarmelade kochen (also, hab ich gerade)

… ans Meer fahren

… am #intheyarngarden CAL teilnehmen

… zum Sommeryoga des Sportvereins gehen

… in Hamburg sein

… ausschlafen

… Urlaub auf Balkonien machen

… im See baden (hoffentlich)

 

Bitte, bitte lieber Sommer komm doch ein bisschen vorbei.

 

Trauer ist ein Boomerang

roseEs ist nun 13 Monate her, dass Du nicht mehr da bist. Am Anfang hat es richtig weh getan, die Tränen standen jederzeit bereit. Die Erinnerung an Dich eine ständige Begleitung. Die Fragen warum, der Schmerz, der Verlust. Das wich einem dumpfen, schweren Gefühl. Es fehlte etwas. Dann kam der Unglaube, das Nichtverstehenkönnen, das Nichtwahrhabenwollen. Kann es wirklich sein, dass Du nicht mehr da bist, nie wieder kommst? Ganz langsam folgte so etwas wie Akzeptanz. Das ist jetzt so. Die Lücke bleibt. Dann rückte der Jahrestag näher und ich musste ganz viel an die Zeit vorher denken. Die re:publica, diesmal nur aus der Ferne, ist das Damoklesschwert. Vier Tage nachdem ich letztes Jahr aus Berlin wieder da war, starbst Du. Die Erinnerung an die viele Zeit im Krankenhaus erdrückt, bedrückt mich, schnürt mir den Hals zu. An deinem Todestag stelle ich Dir endlich deine 2. Enkelin vor. Sovieles, was Du nicht mehr erleben darfst, was wir nicht mehr gemeinsam erleben können. Wie wäre wohl dein erster Kontakt mit ihr ausgefallen? Wäre sie auch in Tränen ausgebrochen, wie die Große oder hätte sie die freundliche Natur, die sie bisher bei allen gezeigt hat, auch Dir gezeigt?

Und dann verändert sich die Erinnerung. Es ist nicht mehr die Zeit vor einem Jahr im Vordergrund, sondern Fragmente aus allen Lebenszeiten drängen immer wieder in mein Bewusstsein. Kuchen backen an einem Samstag, das war ein Ritual – einer darf den Löffel, der andere die Schüssel auslecken. Ein Bericht über China in der Zeitung, immer ein Gedanke an Dich. Manchmal ist die Erinnerung auch weit weg, es gibt Tage an denen ich nicht oder nur sehr beiläufig an Dich denke. Und dann kommt der Boomerang zurück, mit aller Wucht. Eine Kleinigkeit, eine Situation. Ich hole die Feuerwehrautos, die Du uns aus Amerika mitgebracht hast, hervor nachdem die Große mit dem Kindergarten bei der Feuerwehr war. Das Kleid, dass die Große anhatte, als sie Dich zum ersten Mal besucht hat, passt jetzt der Kleinen. Ob Dir wohl die EM gefallen hätte? Ich höre Deine Kommentare, dein etwas sarkastisches Lachen; Dein angelesenes Fachsimpeln, dass Du so überzeugend als dein eigenes Wissen verkaufen kannst.

Und irgendwie fühlt es dann ein bisschen so an, als ob Du doch noch hier bist. Ein bisschen zumindest.

Wir wachsen

DSC_9825Seit einigen Jahren blogge ich an anderer Stelle und verfolge seit der Schwangerschaft mit Kind L. immer stärker auch die Elternblogs. Ich schätze den Austausch und Informationen, die lustigen, traurigen, inspirierenden und oft augenöffnenden Geschichten. Ich gewinne Einblicke in das Leben anderer Familien, lerne über Kinder(nicht-)erziehung, unterschiedliche Formen der Familienarbeit und über all die vielen die Herausforderungen 1 bis 7 Kinder zu haben. Ab heute möchte ich ein Teil davon sein. Ich möchte mich mit meinen eigenen Gedanken und Erfahrungen dazugesellen, mich mitten in die Diskussionen reinschmeißen und Euch an meinem (Familien-)Leben teilhaben lassen.

Anlass dazu ist, wie der Blog-Titel verrät: Wir wachsen. Unsere Familie wächst. Weiterer Nachwuchs ist unterwegs.

Aber darüber hinaus will der Titel durchaus zweideutig verstanden werden. Wir wachsen an den täglichen Anforderungen des Elternseins. Schritt für Schritt meistern wir gemeinsam den Weg mit unseren Kindern. Sie mögen jede Saison aus ihren Schuhen heraus wachsen, wir Eltern wachsen, je nach Phase, an Schlafmangel, Liebe, Geduld, Nerven, Sorge … über uns hinaus. Ich möchte weiter wachsen, denn auch wenn es mich manchmal zur Weißglut treibt – mein Kind macht mich zu einem besseren und zu einem glücklicheren Menschen.

Wir wachsen aber auch an unseren täglichen Herausforderungen, an unseren Beziehungen, an unseren Jobs, an den Aufgaben, die uns das Leben manchmal unvermittelt stellt. Wir lernen neue Fähigkeiten, neue Perspektiven, manchmal sogar neue Gefühle kennen. Die Welt, die Natur um uns wächst jedes Jahr aufs neue, nach einem langen und grauen Winter ein kleines Wunder für mich, jeden Frühling wieder.

Nur mit einem Wachstum stehe ich auf Kriegsfuß: dem Wirtschaftswachstum, dem vielgepredigten Mantra unseres Wohlstandes.

Also, dies hier ein neuer, mein neuer Ort in diesem Internet, möge er gedeihen und wachsen.