1 Jahr

dsc_7581.jpgLiebste kleine Tochter, ich schreibe das hier 2 Tage vor Deinem Geburtstag, vor Deinem 1. Geburtstag. Wow, das ging schnell rum, dieses Jahr. Ich schaue auf diese Bilder von Dir kurz nach der Geburt, ich versuche mir vorzustellen, wie klein Du warst. Man, das ist weit weg und Dein jetziges Ich so präsent. Du hast unsere Familie vollständig gemacht, Du bist das kleinegroße I-Tüpfelchen. Alle hast Du uns mit Deiner fröhlichen Art, Deinem Lachen – mal offen, mal verschmitzt, verzaubert. Du bist ausgeglichen und doch so hartnäckig in Deinen Entwicklungsschritten. Du fremdelst fast gar nicht und hast für jeden ein Lächeln übrig. Du schaust – fast schon seit Deiner Geburt – neugierig in die Welt, willst lernen, verstehen, nachmachen. Dein großes Vorbild ist Deine große Schwester. Hast Du in der ersten Lebenshälfte noch Deine ruhige Zeit am Vormittag genossen, vermisst Du sie mittlerweile, wenn sie mal einen Nachmittag weg ist. Aber auch L. ist fast immer fürsorglich um Dich bemüht, guckt, was Du gerade wieder anstellst und schleppt Dich in der Gegend rum. Manchmal habe ich ein bisschen Angst um Dich, aber dann lachst Du nur lauter.

Also, nun mal zu den „harten Fakten“ hier: Du läufst. Also, schon so längere Strecken, aber oft noch etwas torkelnd wie betrunken oder auf See, gerade wenn Du Schuhe anhast. Ja, die ersten Schuhe hat Dir Deine Oma auch schon gekauft, diesmal durften es sogar lilane sein, ich habe nicht auf „bunt“ oder „neutral“ bestanden. Für einen Jungen halten Dich eh die meisten, wenn Du nicht gerade wie „buntes Lutschbonbon“ angezogen bist. Die wenigen Haare sind da eben irreführend. Aber immerhin hast Du nun auch ein paar Zähne: Die ersten beiden oberen Schneidezähne habe ich kurz vor unserem Urlaub entdeckt und war ganz irritiert. Mittlerweile hat sich noch ein Eckchen von einem unteren Schneidezahn dazugesellt. Damit ist auch das Essen besser geworden. Von gut sind wir zwar immer noch weit entfernt, aber zumindest 2 halbe Portionen kriegt man am Tag in Dich hinein. Und gesnackt wird auch ganz gut. Ich glaube der wirkliche Durchbruch wird mit dem Familientisch und dem Selberessen kommen. Insgesamt scheinst Du aber auch weniger zu Essen oder zumindest weniger anzusetzen als Deine Schwester. Das hat auch die U6 bestätigt, Dein Gewicht ist auf jeden Fall unterdurchschnittlich. Du hast nicht Mal die 9 kg erreicht, die für das Mitnehmen auf dem Rad nötig wären. Aber die Ärtzin beruhigt mich, denn Du bist einfach zart und viele Babys nehmen in der 2. Hälfte des 1. Jahres nicht so gut zu, weil der Übergang zum Familientisch und die zunehmende Mobilität anstehen.

Auch sprachlich tut sich einiges bei Dir. Manchmal schimpfst Du richtig in Deiner Lautsprache. Und ich meine auch schon „Nanane“ für Banane rausgehört zu haben. Aber so richtig eindeutig ist seit gestern dein „Hallllo“ mit einer rausgestreckten Zunge beim L. Bevorzugt wenn Du Dir ein Telefon an das Ohr bzw. dahinter hälst – zu niedlich. Mamamam gilt immer noch eher als „gibt mir die Brust“, denn als Mama.

Der letzte Monat hat noch so einige aufregende Tage für Dich bereitgehalten: Wir sind zusammen in den Urlaub geflogen: Lanzarote. Ach, war das schön im Frühling, Sonne, Pool, Palmen. Und all inclusive, also mal um nix kümmern. Für Dich war das glaube ich nicht so erholsam, Du musstest Dich ganz schön unserem Rhythmus unterordnen. Gerade abends ist es oft spät geworden. Das Fliegen hast Du auch ziemlich gut mitgemacht, wobei die Zeit in der wir angeschnallt ruhig sitzen mussten, die anstrengendste war.

Heute, an Deinem Geburtstag zeigst Du uns, dass Du in den letzten Tagen einen Sprung gemacht haben musst. Körperlich und geistig. Du verstehst viel mehr, und fängst an, Dich verständlich zu machen. Du pustest ganz furchtbar niedlich als wir die Kerze auspusten. Du zeigst was Du willst, z.B. setzt Du Dich in Deinen Puppenwagen und signalisierst, dass Dich einer schieben soll – und auch was nicht. Und Du kletterst nun endlich auf Sessel und Sofa, wobei Du Dich freust wie eine Schneekönigin. Immer wieder hoch und runter, Mama guck doch! #meinenerven

Also, kleiner Sonnenschein: Schön, dass Du da bist. Ein Leben ohne Dich ist unvorstellbar geworden, wir lieben Dich sehr.

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