ET+12 oder ein Geburtsbericht

Annette+JohannaIch denke viel an diese Geburt und immer wenn ich es tue, bin ich glücklich bis euphorisch. Zuallererst: Sie hat sich von alleine auf den Weg gemacht! Ich bin so stolz auf diesen Körper und dankbar, dass mein Misstrauen ihm gegenüber letztendlich unbegründet war.

Also, wir hatten uns nun am Sonntagabend damit abgefunden, dass es nun die Einleitung wird, satt mit Warterei. Das Kind (also das große ;-)) und ich hatten am Samstag noch mal Plätzchen gebacken, am Sonntag waren Freunde zum Frühstück da und wir haben die letzten Erledigungen in der Wohnung für meine Mutter gemacht. Der Mann hatte Urlaub, alles war geplant. Und dann legte das Kind (also das kleine) einfach so um 3 Uhr mit Wehen los. Erst dachte ich noch, es könnten Blähungen sein, die mich schon ein paar Tage quälten, aber sie kamen regelmäßig. Also stand ich nach 3 oder 4 Wehen auf und aß erstmal eine Schlüssel Müsli. Es waren keine starken Wehen, etwa wie Mens-Schmerzen, aber sie kamen in 4-6 Minuten Abständen. Und da die zweiten ja oft schneller kommen, dachte, ich wir fangen mal an zu organisieren: Mann geweckt, Babysitter angerufen. Meine Tante ging nicht ans Telefon. Es brauchte 3 Versuche, weil sie natürlich genau in dieser Nacht das Telefon nicht am Bett hatte, weil wir alle davon ausgingen, die Show sei gelaufen. Das große Kind war in der Zwischenzeit natürlich wach geworden, aber lungerte müde in unserem Bett rum. Sie wanderte dann friedlich mit meiner Tante in ihr Bett und wir machten uns auf zum Krankenhaus, mittlerweile musste es nach 4 Uhr sein. Der Weg war so kurz, dass ich noch nicht mal eine Wehe im Auto veratmen musste.

Im Kreißsaal wurden wir von einer etwas müden Hebamme begrüßt und in einen Kreißsaal gebracht. Ohne Wanne. Aber ich sah die Tür zu dem Kreißsaal mit Wanne aufstehen und sagte, dass ich gerne in die Wanne wollte. Nichtsdestotrotz schickte sie uns in den anderen, kam aber ein paar Minuten später wieder und sagte, sie zieht noch ein neues Laken auf und dann können wir in diesen. Yippiehyay. Es wurde ein CTG geschrieben, während ich auf der Bettkante die Wehen veratmete und der Mann mit Kaffee versorgt wurde. Dann kriegte ich noch einen Ultraschall – die Ärztin schallte 3500g mit der Ansage, sie schalle eher zu wenig als zu viel. Die Untersuchung des Mutermundes sagte so 1,5cm. Also, eher keine schnelle Geburt… Wir sollten noch ein bisschen rumlaufen, wohl um den Schichtwechsel um 6h zu vereinfachen. Nach dem Weg in die Notaufnahme, um uns richtig anzumelden, hatte ich aber keine Lust, da ich die Wehen am besten im Sitzen aushalten konnte. Also wurde die Wanne eingelassen. Nach dem Schichtwechsel betreute uns eine jüngere, sehr sympathisch wirkende Hebamme. Nebenan vertönte eine Frau sehr laut ihre Wehen.

Bald saß ich in der Wanne, atmete, entspannte, atmete, ließ mir von Mann Wasser reichen und Bonbons organisieren.  Ich hatte ein Tuch zum festhalten. Die Wehen wurden langsam stärker, aber ich hatte irgendwie das Zeitgefühl verloren. So um 8 meinte die Hebamme, die viel bei der laut vertönenden Frau war, dass da wohl bald ein Baby da sei und sie dann mehr Zeit für uns hätte. Ich fand es nicht schlimm, denn mein Körper sagte mir, was ich machen musste und ich hatte das Gefühl, es gut aushalten zu können. Also, schön ist was anderes, aber es war ok, ich hatte das Gefühl zu arbeiten und voranzukommen. Irgendwann platzte die Fruchtblase, sehr merkwürdiges Gefühl, immer wieder Wasser zu verlieren. Dann wurde der Druck nach unten hin stärker, was vor allem hieß, dass ich in den Wehenpausen weiterhin Schmerzen hatte.

Gegen 9 untersuchte mich die Hebamme. 4cm. Oh Mann, was für eine Enttäuschung nach 6 Stunden Arbeit. Aber die Hebamme sprach mir Mut zu, dass alles gut voran ginge. Bald wurden sie Wehen auch stärker und ich könnte nicht mehr im Sitzen veratmen. Ich knie und hing im Seil, wel auch meine Finger mittlerweile kaum noch Kraft zum festhalten hatten. Die Wehen wurden wieder stärker und irgendwann fragte ich, wann der richtige Zeitpunkt sei, nach der PDA zu fragen, weil ich das Gefühl hatte, es zog sich alles ewig. Sie meinte, wenn Frauen das fragten, dann dauere es meist nicht mehr lang. Und bald hatte ich auch so was wie eine erste Presswehe. Zwei Wehen später kam wieder eine, da war die Hebamme dabei und fragte, seit wann das so sei. Sie bereite also alles vor, das sah wirklich nach Fortschritt aus – endlich. Wir sollten Bescheid sagen, wenn Druck auf den Po käme. Und dann wurde es plötzlich schnell ernst. Ich musste mich hinstellen, knien ging auch nicht mehr und der Mann sollte Bescheid sagen. Am Rande kriegte ich mit, wie offensichtlich eine Ablösung unserer Hebamme organisiert wurde, weil es bei der anderen Frau wohl auch jetzt erst ernst wurde (die tat mir echt leid, war seit 6 Uhr oder so am laut vertönen). Die Wanne wurde abgelassen und ich rutschte kurz. Die neue Hebamme handelte schnell und holte mich aus der Wanne auf eine Matte und hängte mich an den Mann. (Im nachhinein sicherlich ganz praktisch so, denn das Wasser in der Wanne war inzwischen kalt, da hätte das Baby bestimmt einen Schock bekommen. Mir hatte das nichts ausgemacht, weil ich so am Schwitzen war).

Da war ich dann, mitten im Geburtsvorgang, ich spürte die Dehnung durch das Köpfchen. Das tat scheißeweh, aber gleichzeitig war das Ziel zum Greifen so nah. Ich presste was das Zeug hielt. Die Hebamme forderte mich auf nach dem Köpfchen zu greifen, aber ich musste mich so konzentrieren, dass ich das ausschlug. Der Mann ächzte als Stütze, jetzt musste er auch ein bisschen mitarbeiten. Ich presste und feuerte mich selbst an: „Jetzt aber.“ Dann wartete ich auf eine Wehe, die aber nicht kam und versuchte alleine da rum zu pressen, was aber nicht so gut funktionierte. Aber dann, mit der nächsten Wehe war das Köpfchen da. Puh. „Es will schon schreien, aber jetzt noch die Schultern,“ sagte die Hebamme. Da zog es noch einmal heftig und dann wurde mir ein Kind zwischen meinen Beinen durchgereicht.

Wow. Dieser Moment, dieses Gefühl, dass es geschafft ist, dass ich mein Kind in den Armen halte, unglaublich. Wir wurden auf das Bett verfrachtet. Kurz kam es etwas Hektik auf, weil ich wohl noch stärker blutete und eine Oxytocin-Spritze im Raum, aber dann ging es wohl. Dafür begann nun das Kind zu schreien. Ausgiebig musste sie ihren Unmut über diese dann doch schnelle Geburt kundtun, etwa eine halbe Stunde lang war sie unberuhigbar. Der Mann und ich schauten uns an und hatten ein bisschen Angst, dass wir nun ein Schreikind mit nach Hause nehmen. Aber dann beruhigte sie sich doch, wir legten an. Wir bekamen was zu Essen, ich duschte noch und ein bissl Papierkram stand noch an. Die Ärztin für die U1 lies sich Zeit, aber es war klar unser Kreißsaal würde gebraucht. Es war immerhin der mit Geburtswanne und seit wir auf dem Bett lagen, hatte es bestimmt schon 3 Mal am Kreißsaal geklingelt. Auf dem Weg nach Hause besuchten wir noch kurz eine Mitteilnehmerin meines Geburtsvorbereitungskurses, die nach Kaiserschnitt noch auf der Station lag. Da war ich so froh, mich für eine ambulante Geburt entschieden zu haben, weil die Zimmer echt klein und ein bisschen muffig waren. Um 15.30 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Ich bin so dankbar und glücklich für so vieles an dieser Geburt: Dafür, dass es alleine losging; dass die 9 Stunden Wehen ok für mich waren, die meiste Zeit zumindest; dass ich in die Badewanne konnte; dass mein Körper mich dadurch geleitet hat; dass ich selbstbestimmt, ohne Intervention dieses Kind bekommen konnte; dass der Mann sich diesmal nicht so hilflos gefühlt hat; dass ich diese Geburt bei vollem Bewusstsein erlebt habe; dass es sich wahnsinnig gut anfühlt, diese Leistung, diese Kraft aufgebracht zu haben;  dass ich meinem Körper vertrauen kann und dass wir beide gesund und unversehrt sofort nach Hause gehen konnten.

Und hier noch die “Fakten”:

Datum: 22.2.2016 | Zeit: 11:47h | Gewicht: 3620g | Größe: 53 cm | Kopfumfang: 35 cm 

ET+9

storchBis vor ca. 20 Minuten war ich der Überzeugung, ich werde am Montag eingeleitet. Nüscht, keine Wehen, keine Anzeichen, alles wie vor 4 Jahren, als ich zu ET+10 eingeleitet wurde. Aber jetzt gerade ist der Schleimpfropf wohl abgegangen. Das heißt, es könnte möglicherweise, vielleicht, eventuell doch noch von alleine losgehen. Ach, das wär nett. Meinem Körper vertrauen zu können, dass er weiß, wann die richtige Zeit ist. Nicht bangen zu müssen, dass ich ihm mit der Einleitung zu viel, zu schnell etwas zumute, wofür er noch nicht reif ist und sich dagegen sträubt. Und es am Ende im Kaiserschnitt endet. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch und nur weil ich einmal Glück gehabt habe, suggeriert mir mein – sicherlich nicht statistisch repräsentatives – Umfeld gerade, dass Kaiserschnitt die häufigste Entbindungsart ist. Ich möchte das nicht.

Also jetzt Daumen drücken für eine spontane Geburt, vielleicht mit ein paar Benfits, weil der Körper das ja schon mal gemacht hat und weiss, wo es lang geht! Ich bin ein bisschen aufgeregt.

ET+5

ctgAlso, wir haben jetzt den Namen endgültig festgezurrt, gestern doch noch einen Kinderwagen gekauft. Die Wäsche ist gewaschen, alle wichtigen Klamotten sind fertig, sogar der Babyanzug ist fertig. Das Köpfchen sitzt fest im Becken.

JETZT wäre ein wirklich guter Zeitpunkt loszulegen, kleines Bauchmädchen! Sonst muss ich morgen im letzten Geburtsvorbereitungskurs noch mal lernen, wie man winzige Babys anzieht und pflegt.

Die 2. Schwangerschaft – ein Fazit

Nunja, für ein Fazit ist es möglicherweise etwas früh, aber ich habe heute ET, da kann man das ja schon mal zusammenfassen.

Was in dieser Schwangerschaft anders war als in der 1.:

  • Vorweg: andere Lebensumstände, kein fester Job, ein Kind, verheiratet, nicht umgezogen!
  • Ich habe tatsächlich so etwas wie Morgenübelkeit gehabt. Und viel Kopfschmerzen und Müdigkeit zu Anfang.
  • Ich habe das Kind viel früher gespürt, 11. Woche gegenüber 18. Woche.
  • Ich hatte dieses furchtbare Kreislauf-Wochenende nachdem ich eine Anti-Histamin Tablette genommen hatte und bin viele Tage kein Auto gefahren, weil mir immer noch schwindelig war.
  • Zum Ende hin habe ich viel weniger Wasser eingelagert. Ich wog in der 38. Woche weniger als zum selben Zeitpunkt der 1. Schwangerschaft, trotz 4 Kilo mehr Ausgangsgewicht.
  • Schlaflosigkeit: Nachts mal 1-3 Stunden wachliegen war vollkommen neu – und ziemlich nervig.
  • Aufgefallen ist mir häufig, dass das Baby nach dem Essen besonders aktiv ist. Ich bin sehr gespannt, ob das noch ein Einschlafstiller wird und überhaupt wie sich der Rhythmus aus dem Bauch niederschlägt.
  • Ich reiße nicht kaum. Dank meines tollen Bindegewebes (nicht!) bin ich in der ersten Schwangerschaft bereits in der 30.Woche fies gerissen. Jetzt kündigt sich ein kleiner Riss auf der rechten Bauchoberseite an, da wo wohl der Hintern des Kindes eine Beule verursacht.

Insgesamt fühle ich mich gerade zum Ende hin viel fitter als in der 1. Schwangerschaft – sicherlich auch, weil ich das Kind weiterhin bespaßen muss und das Schwangerenschwimmen mache. Ich hoffe sehr, dass sich das auch auf die Fitness bei der Geburt auswirkt. Auf dem Rücken mag ich nicht noch mal, denn der tut im Liegen genauso verdammt weh, wie in der 1. Schwangerschaft.

Fertig!

DSC_4750_schmalWie schon am Freitag geschrieben, die Decke ist fertig. Leider scheint es das Kommen des Kindes nicht zu beschleunigen – ich werde auch diesmal den ET (morgen) erreichen, und überschreiten?

Hier also ein paar Impressionen. Und ein riesiges Dankeschön an die Damen von schoenstricken.de, die sich diese wundervolle Anleitung ausgedacht haben. Das Ergebnis ist ein lebenslanges Schmuckstück. Ich kann es kaum erwarten, das Baby das erste Mal damit zuzudecken.

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Ende und Anfang

bauchET-3 – ich befinde mich im Übergang. Es ist ein merkwürdiger Zustand, in dem das eine noch nicht zu Ende ist, das andere aber schon greifbar, unmittelbar bevorstehend. Ein Zustand, in dem ich genieße, was ich habe und doch das Ende und den Neuanfang herbeisehne. Ich genieße es, noch in Ruhe zu duschen, zu essen, Zeit mit L. zu verbringen. Zeit mit mir zu verbringen, einen Feierabend zu haben, die Nächte einigermaßen durchzuschlafen. Ich schaue diesen riesigen Bauch an, der zwar störend langsam, aber dennoch so besonders ist. Der wahrscheinlich nie wieder kommt. Ich genieße die Tritte meines ungeborenen Kindes. Und sehne es gleichzeitig herbei, möchte es endlich kennenlernen, anschauen, beschnuppern und in meinen Armen halten. Ich freue mich auf all die ersten Male mit diesem Kind, auf Lachen und Weinen, auf Kuscheln und Streiten, auf den ersten Schritt und das erste “Mama”. Ich freue mich aber auch darauf, endlich wieder meinen Körper für mich zu haben (nunja, bis auf die Brüste…), diesen Bauch loszuwerden und wieder fitter und agiler zu sein. Ich freue mich auf Sushi und Lachs und Rohmilchkäse. Ich freue mich auf unser Leben zu Viert und genieße die letzten Tage zu Dritt.

WMDEDGT 02/16

gemüseWie auch schon der letzte 5., fing auch dieser schon früh an – ich hoffe, das wird kein Standard. Um 2 Uhr wurde ich mit den Worten „Ich habe eine nasse Hose“ geweckt. Yay. Not. Hat das Kind nun das erste Mal in ihr eigenes Bett gepullert. Also, Kind ausgezogen abgeduscht und wieder angezogen, in unser Bett gesteckt. Dann ihr Bett abgezogen und notdürftig gesäubert. Nach ner halben Stunde Einschlafversuch nach der Aktion hab ich aufgegeben, bin aufgestanden und hab ein bissl Internet gelesen. Ich empfehle die dieswöchigen Wirtschafts-Links bei Herrn Buddenbohm, aber das ist wahrscheinlich eh die selbe Filterbubble hier, oder?

Dann fiel mir ein, ich könnte ja schon mal die Gemüsespieße fürs Faschingsbüffet machen, dann muss ich „morgen“ nicht früher aufstehen, wie geplant. Also, Möhren schälen, Tomaten waschen, Gurke vierteln, alles aufspießen. Was man halt so zwischen 3 und 4 Uhr nachts macht… Jedenfalls keine schlechte Idee, mein Perfektionismus hätte mich morgens in der eingeplanten halben Stunde mehr doch arg gestresst. Irgendwann gegen 5 dann wieder geschlafen. Um kurz nach 7 von Kind geweckt. „Ich will jetzt Fasching.“ Ja, es ist Fasching, Du musst nur aufstehen. Der verbale Enthusiasmus stand in krassem Kontrast zur körperlichen Trägheit des Kindes. Zwei müde Menschen unter Stress gibt hier eine leicht explosive Mischung, aber hey, die Prinzessin war (gerade) pünktlich zum Beginn der Faschingsmodenschau im Kiga. Eine von ungezählten weiteren Prinzessinnen. Aber, hach, alle so niedlich und aufgeregt.

Zuhause widerstand ich dem Impuls sofort ins Bett zu gehen und lüftete noch und stellte wenigstens die Waschmaschine an. Dann zog mich das Bett in seinen Bann und ich beschloss, dass jetzt wenigstens die Decke ein Ende finden musste heute. Nachdem ich Call the Midwife nun durchgeschaut hab, musste noch eine neue visuelle Unterstützung her. Zeit für den Netflix-Account. Leider waren die 3 Folgen Jessica Jones so spannend, dass die Decke immer noch nicht fertig war. Die Maler in der Wohnung meines Vaters informierten mich, dass sie doch noch einen Tag länger brauchen und heute keine Übergabe stattfinde, wie geplant.

Nach einem Nickerchen mittags machte ich mich gegen 15 Uhr auf, das Kind aus dem Kindergarten abzuholen. Jaja, die 40.Woche macht mich träge, nicht einen Todo-Listen Punkt abgehakt, dafür Binge-Watching… Schon fertig angezogen warteten Kinder und Erzieherinnen auf die Eltern. Perfekt, wenigstens hier kein Drama heute. Der obligatorischen Frage „Hast Du was zu Essen?“ begegnete ich mit einem kurzen Stopp beim Bäcker, weil auch mein Mittag etwas dürftig ausgefallen war. Als ich ihr das Hörnchen gab, weil sie lieber im Auto sitzen wollte, als sich die Jacke anzuziehen, bemerkte ich, dass der Glitzernagellack zu großen Teilen weg war. Abgeknabbert. Das gibt dann wohl Glitzerkacke, hm? (Nein, mal im Ernst, dieses Kind treibt mich in den Wahnsinn mit all dem was sie in den Mund steckt, bekaut und isst….)

Zuhause schaffte sie es ca. 5 Minuten alleine zu spielen und mich dann den ganzen Nachmittag mit nervigen Rollenspielen zu nerven. Oder ich war einfach nur müde. Naja, jedenfalls schaffte ich es dann doch noch die Decke fertigzustellen. Yay. (Bilder gibt’s im Hellen). Dann spielten wir eine Runde eine Spiels aus der Bibliothek, räumten gemeinsam die Spülmaschine aus und begannen den Teig für eine Quiche. Dann kam der Mann endlich und erlöste mich. Er spielte Duplo mit ihr während ich die Quiche beendete und dann noch ein bissl Serie guckte. Der Mann wollte sich heute endlich Star Wars anschauen, nachdem alle Versuche, sich dafür mit jemandem zu verabreden, der den Film noch nicht gesehen hat, gescheitert waren. Ich war fürs Bettbringen zuständig. Nach kleinem Zähneputzdrama brauchte sie wirklich lange, um von diesem Tag runterzukommen. Mir ist mal wieder aufgefallen, dass sie oft kurz vor dem Einschlafen noch eine absurde oder sehr zusammenhangslose Bemerkung macht. Heute: „Aber der Spinat ist doch eigentlich nicht zum Kühlen da.“ Und 1 Minute später schlief sie. Endlich.

Der Feierabend bestand aus einer großen Portion Eis und 2 weiteren Folgen Jessica Jones. I like it.

Und diesem Artikel.

Gute Nacht.

Mehr Tagebuchbloggen wie immer bei Frau Brüllen. 

Endspurt

wickelauflage2Noch 11 Tage bis zum ET. Tick tack. Oder 22 bis zur Geburt, wenn ich von einer Wiederholung der ersten ausgehe. Oder irgendwo dazwischen. Auch wenn ich – einfach weil ich mich nicht stressen will – davon ausgehe, wieder zu übertragen, habe ich mir dieses Wochenende gesetzt, um mit den Vorbereitungen soweit zu sein, dass es losgehen könnte.

Also einmal durch die Checkliste:

  • Stubenwagen: Steht.
  • Wickeltisch: Steht. Diesmal leider nicht im Bad, das ist in dieser Wohnung nicht möglich. Sogar mit selbstgenähtem Bezug der Wickelauflage, der ca. 5x so lange gedauert hat, wie ich im Leichtsinn mal wieder angenommen habe. Und es hängt das Mobile und die neue Wärmelampe, die Klamöttchen sind gewaschen und Windeln besorgt.
  • Beistellbett: hmm, morgen, ja? (denn dafür muss das Arbeitszimmer soweit aufgeräumt und entrümpelt sein, dass es bis zum Einzug des Babys da stehen kann)
  • die Decke: in den letzten Zügen, es fehlt nur noch die Umrandung.
  • Krankenhaus: entschieden, angemeldet, nur noch die Tasche packen.
  • Transport: Der Maxi Cosi hat einen neuen Strampelsack bekommen und steht mit dem Rest des Kinderwagens als Travel-System zur Verfügung. Konnte mich noch nicht zu einem neuen Kinderwagen (der alte ist im Schuppen verschimmelt) oder einem Fahrradanhänger durchringen. Da muss es wohl erstmal das Tuch richten…
  • Logistik: Wir haben (fast) alle Möglichkeiten durchgesprochen. Dummerweise haben wir wohl eine Betreuungslücke für das Kind für die 2 Tage nach dem ET. Mal schauen, wie wir das lösen. Best Case: Wehen so ab 6 Uhr, so dass der Mann nicht in die Arbeit fährt, das Kind in den Kindergarten bringt und wir dann ins Krankenhaus. Das Baby kommt bald und das Kind kann nachmittags von meiner Tante abgeholt werden und kommt dann abends, wenn wir wieder zu Hause sind und uns schon ein bissl erholt haben, und lernt ihre Schwester kennen. Von den Worst Cases oder zumindest Not So Good Cases gibt es leider mehr. Zum Beispiel, es geht jetzt los, während der Mann sich grad auf einer Party volllaufen lässt maßvoll betrinkt.
  • und sonst so? Da ist noch ein halbfertiger Babyanzug in der Nähmaschine, der für dem Heimtransport gedacht ist. Ob ich den fertig kriege, oder eher einen Nervenzusammenbruch bleibt abzuwarten. Die Wanne steht noch im Keller. Ein neuer Feuchttuchspender muss her…

WMDEGT 1/2016

pepperoni Kopie

Puh, das wird ein langer Tag….

Um 00.30 hatte ich das Gefühl, endlich einzuschlafen. Bis zu dem „klong“ der Türklinke, das in der Regel die Tochter ankündigt. „Hab Durst“. Der wurde gestillt, das Kind kuschelte und ich döste vielleicht so bis 1.30h. 1. Toilettenpause. Wieder ins Bett, um 2.00 stand ich wieder auf. Nochmal Toilette. Dann bin ich ins Bett der Tochter umgezogen. An Schlaf immer noch nicht zu denken. Es ist eine schlechte Idee, mit Hunger ins Bett zu gehen. Also stand ich um 2.30 wieder auf, aß eine Banane und eine halbe Tafel Schoki. Das passte wunderbar zu dem Rest der Christmas-Episode von Downton-Abbey, die ich noch nicht gesehen hatte. Zwischendurch noch ein paar Blogs gelesen, weil das Internet schwächelte. Gegen 4 beschloss ich, 3 Stunden Schlaf sollten es sein. Nachdem ich dann noch das latente Asthma beseitigt hatte, schlief ich wohl gegen halb 5 endlich. Ich hörte den Mann um 5.50 aufstehen und um 6.40 gehen, bevor um 6.48 mein Wecker klingelte.

Ich schleppte mich ins Schlafzimmer und kuschelte das Kind wach. Müsli-Frühstück für mich, Brot für das Kind. Anziehen war nur eine mittlere Quälerei. Das Kind machte sich Haarspangen ins Haar und ich musste auch eine haben. Brotdose befüllen und dann Endspurt im Anziehen, heute mit neuem Schneeanzug. Nachdem ich erst gestern Abend das Auto enteist hatte, hoffte ich auf Gnade heute morgen. Umsonst. Eine ordentliche Eisschicht war auf dem Auto, nur da wo der Schnee lag ging es einigermaßen. Großes (neues) Auto und dicker Bauch verhindern derzeit ein effektives Freimachen der Frontscheibe. Mit viel Wischiwaschi und Geduld geht’s dann einigermaßen. Naja, bis ich soweit war, hatte das Kind ausreichend Schnee gegessen, so dass sie fror und freiwillig ins Auto stieg (ohne, wie sonst immer, ihre Jacke auszuziehen!). Normalerweise brauch in für den Weg in den Kindergarten kein Auto, aber ich hatte um 9 Uhr einen Vorsorgetermin. Kind im Kindergarten abgeliefert, beinahe keinen Kuss gekriegt, weil sie so schnell verschwunden war.

Im Schneckentempo ging’s weiter zum Arzt, aber immerhin pünktlich. Erstmal CTG und dann Labor, dann Warten. Um kurz vor 11 dann endlich im Zimmer, mir einen Streptokokken-Test ausm Portemonnaie leiern lassen, dafür „umsonst“ einen Check des Fruchtwassers bekommen. Mann. Aber, alles prima soweit. Endlich fertig, musste ich mir gegenüber im Bioladen, auf dessen Parkplatz ich stand, erstmal ein Brötchen zur Stärkung holen. Stärkung fürs 2.Mal Enteisen des Autos, denn es hatte inzwischen geregnet. Yay, Winter.

Nach Hause geschlichen zu einem Telefontermin. Ein bissl Nachbereitung, ein schnelles Brötchen und dann wenigstens einmal kurz aufs Ohr hauen, bevor die nächste Telefonkonferenz startet. Die dann praktischerweise viel kürzer ist als angenommen, so dass ich danach tatsächlich noch ein bisschen zum „richtigen“ Arbeiten komme.

In Gedanken hatte ich eigentlich beschlossen, das Auto nun stehen zu lassen und das Kind zu Fuß vom Kindergarten abzuholen. Beim Rausgehen jedoch siedend heiß festgestellt, dass es ohne Einkauf kein Abendessen geben wird. Also doch schnell die Kiste und das Pfand, das ich noch tragen kann, eingepackt und mit dem Auto los. Abholen klappte relativ schnell (Ich hab nur etwa 5x „Schuhe anziehen“ und 7x „Jacke anziehen“ gesagt). Mehrfach versucht, dem Kind den Unterscheid zwischen Pfand und Altglas zu erklären, weil sie unbedingt ihren kleinen Korb (unser Altglas ist in einem großen Korb) entleeren wollte und sich dafür auf den Einkaufswagen stellen wollte (was nur beim Pfand geht). Naja, sie hat dann das Pfand gemacht. Beim Altglas hab ich später so blöd geparkt, dass ich mich beeilen musste und sie gar nicht zum Zuge kam. Eingekauft, dabei spontane Essensänderung von Tempura-Gemüse auf wärmendes Chilli con Carne beschlossen. Zuhause das dafür nötige Essen hochgetragen und gleich mal angesetzt. Dann dem Kind endlich sein neues Pixi-Buch vorgelesen, das sie (wohl) vom Kindergarten geschenkt bekommen hat. Der Mann kündigte sich für 18.00 an, ich wuselte noch ein bisschen durch Küche, deckte den Tisch und zeigte dem Kind seinen U-Pass, weil sie nach ihrem „Babypass“ fragte. Großer Renner ist hier im Moment ein Buch aus der Kindheit des Mannes, „Peter, Ida und Minimum“ in dem eine Familie ihr drittes Kind bekommt und die älteren Kinder aufgeklärt werden. Die Kinder spielen dann mit ihren alten Babypässen.

Der Mann kam durchgefroren und wir aßen zusammen. Das Kind verlangte Sandmännchen und war schon recht müde, obwohl es noch gut 20 Minuten bis dahin waren. Ich schlug vor, dass sie auch schon den Maulwurf vorher schauen könne, wenn sie Schlafanzug anhat und Zähne geputzt hat. Der Mann erbarmte sich und zog das mit ihr durch, alleine kann sie sich da schlecht aufraffen. Ich rief meine Schwester an, weil wir ein paar finanzielle und organisatorische Dinge bezüglich der Wohnung meines Vaters und dem bevorstehenden Umzug meiner Mutter zu klären hatten. Und dann musste ich auch schon los zu ersten Stunde meines Geburtsvorbereitungskurses. Zu dem ich mal wieder zu spät kam, weil Parkplätze an der Ecke schwierig und die Beschilderung etwas irritierend war.

Die Hebamme macht einen netten und erfahrenen Eindruck, die anderen Teilnehmerinnen auch, zumindest was den ersteren Aspekt angeht. Erfahren ist nur eine weitere Zweitgebärende. Nach Tee, Organisatorischem, einer Vorstellungsrunde und einigen Übungen war es dann auch schon wieder vorbei. Durch den Schnee zurück zum (nur) vollgeschneiten Auto, das diesmal einfach mit Scheibenwischern frei zu kriegen war. Zuhause den Mann den letzten Einkauf ausräumen lassen, ein paar Dinge besprochen und diesen Eintrag fertiggestellt. Und noch etwas Müsli gegessen, denn hungrig kann ich nicht schon wieder ins Bett gehen. Gute Nacht.

Mehr von diesem Tag gibt’s wie immer bei Frau Brüllen.

Die Decke

dieDeckeIrgendwann Anfang des Jahres entdeckte ich hier diese Decke (in groß). Ich sah sie und wusste, das ist mein Projekt für die Schwangerschaft, die wir planen. Ich wollte ein Stück nur für das zweite Kind, das wohl viel auftragen wird. Ich wollte die Zeit ganz bewusst mit der Decke und für dieses Kind aufwenden, da mir klar war, dass so eine zweite Schwangerschaft viel eher nebenbei läuft als die erste. So habe ich noch am Tag des positiven Schwangerschaftstest das Paket bei schoenstricken.de bestellt. Nun begleitet mich dieses Projekt seit 20 Wochen und wächst dabei in etwa dem gleichen Tempo wie das Kind, also sie hat auch gerade ungefähr Halbzeit. Es macht wirklich Spaß, weil die Decke so bunt ist und ich einige neue Muster lerne. Nur das Vernähen der Fäden ist wirklich „Strafarbeit“, wie eine der Kommentatorinnen des Crochet Along so schon sagte.