Die Decke

dieDeckeIrgendwann Anfang des Jahres entdeckte ich hier diese Decke (in groß). Ich sah sie und wusste, das ist mein Projekt für die Schwangerschaft, die wir planen. Ich wollte ein Stück nur für das zweite Kind, das wohl viel auftragen wird. Ich wollte die Zeit ganz bewusst mit der Decke und für dieses Kind aufwenden, da mir klar war, dass so eine zweite Schwangerschaft viel eher nebenbei läuft als die erste. So habe ich noch am Tag des positiven Schwangerschaftstest das Paket bei schoenstricken.de bestellt. Nun begleitet mich dieses Projekt seit 20 Wochen und wächst dabei in etwa dem gleichen Tempo wie das Kind, also sie hat auch gerade ungefähr Halbzeit. Es macht wirklich Spaß, weil die Decke so bunt ist und ich einige neue Muster lerne. Nur das Vernähen der Fäden ist wirklich „Strafarbeit“, wie eine der Kommentatorinnen des Crochet Along so schon sagte.

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Halbzeit

Und schwupps, ist die Hälfte schon wieder rum. Schon. Erst. Ich kann mich nicht ganz entscheiden. Man sagt ja, dass man beim zweiten Kind immer wieder überrascht ist, wie unterschiedlich es zum ersten ist. Ich versuche mich darauf einzustellen, was in etwa so gut funktioniert, wie sich als Erstschwangere das Leben mit Baby vorzustellen. Also, eigentlich gar nicht.

Und so überrascht mich dann, wie unterschiedlich schon die Schwangerschaften verlaufen. Das fängt bei den Klamotten an, die mir meine veränderte Lebenssituation vor Augen führen: Alles bürotaugliche Dinge, die dem Alltag mit Spielplatz, Kindergarten und Homeoffice derzeit nicht gerecht werden. Aber auch die Schwangerschaft an sich fühlt sich anders an. Während ich bei der ersten kaum mit Übelkeit zu tun hatte, nur ein paar Tage mal den Kaffee weggelassen habe, sah das diesmal ganz anders aus. Über Monate (ja, Monate, wahh) habe ich den Kaffee weggelassen, weil mir doch ziemlich übel war. Ich bin zwar netterweise von der Kotzerei verschont geblieben, aber die Entscheidung zwischen Essen und Nicht-Essen war eine tägliche Gratwanderung. Dazu kamen immer wieder migräneartige Kopfschmerzen, die zusammen mit der Übelkeit aber so nach der 14./15. Woche nachliessen.

Viele sagen ja auch, dass man das zweite Kind viel eher spürt. Hier war es die 11. Woche, in der ich das erste Flattern bemerkte, das bereits kurze Zeit später so heftig war, dass selbst der Mann es spüren konnte. Hallo, kleiner Mensch! Pünktlich zum Beginn der 20. Woche stellten sich gerstern starke Schmerzen im Unterleib beim Gehen und Stehen ein. Hui. Ich kannte ähnliches aus der 1. SS, da war es wohl Magnesiummangel. Aber das war so schmerzhaft, dass ich kaum Stehen oder Gehen konnte. Heute ist es besser, wenn auch nicht weg. Rumliegen hilft. Ich hoffe noch, dass es sich um so was wie Muskelkater handelt, weil ich vor 2 Tagen sehr lange Fahrrad gefahren bin, was ich lange nicht mehr gemacht habe (müde, schlappi, Kreislauf…). Ich werfe Magnesium ein und hoffe, dass es nicht die Symphyse ist, die mich den Rest der Schwangerschaft quälen wird.

Wir wachsen

DSC_9825Seit einigen Jahren blogge ich an anderer Stelle und verfolge seit der Schwangerschaft mit Kind L. immer stärker auch die Elternblogs. Ich schätze den Austausch und Informationen, die lustigen, traurigen, inspirierenden und oft augenöffnenden Geschichten. Ich gewinne Einblicke in das Leben anderer Familien, lerne über Kinder(nicht-)erziehung, unterschiedliche Formen der Familienarbeit und über all die vielen die Herausforderungen 1 bis 7 Kinder zu haben. Ab heute möchte ich ein Teil davon sein. Ich möchte mich mit meinen eigenen Gedanken und Erfahrungen dazugesellen, mich mitten in die Diskussionen reinschmeißen und Euch an meinem (Familien-)Leben teilhaben lassen.

Anlass dazu ist, wie der Blog-Titel verrät: Wir wachsen. Unsere Familie wächst. Weiterer Nachwuchs ist unterwegs.

Aber darüber hinaus will der Titel durchaus zweideutig verstanden werden. Wir wachsen an den täglichen Anforderungen des Elternseins. Schritt für Schritt meistern wir gemeinsam den Weg mit unseren Kindern. Sie mögen jede Saison aus ihren Schuhen heraus wachsen, wir Eltern wachsen, je nach Phase, an Schlafmangel, Liebe, Geduld, Nerven, Sorge … über uns hinaus. Ich möchte weiter wachsen, denn auch wenn es mich manchmal zur Weißglut treibt – mein Kind macht mich zu einem besseren und zu einem glücklicheren Menschen.

Wir wachsen aber auch an unseren täglichen Herausforderungen, an unseren Beziehungen, an unseren Jobs, an den Aufgaben, die uns das Leben manchmal unvermittelt stellt. Wir lernen neue Fähigkeiten, neue Perspektiven, manchmal sogar neue Gefühle kennen. Die Welt, die Natur um uns wächst jedes Jahr aufs neue, nach einem langen und grauen Winter ein kleines Wunder für mich, jeden Frühling wieder.

Nur mit einem Wachstum stehe ich auf Kriegsfuß: dem Wirtschaftswachstum, dem vielgepredigten Mantra unseres Wohlstandes.

Also, dies hier ein neuer, mein neuer Ort in diesem Internet, möge er gedeihen und wachsen.