4 Jahre

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Ich habe es leider nicht pünktlich zu Deinem Geburtstag geschafft, diesen Text zu verfassen, wie auch Dein Geburtstag insgesamt etwas zu kurz gekommen ist – in der Osterwoche, im Wochenbett. Leider hast Du es auch noch nicht geschafft, im Kindergarten Deinen Geburtstag zu feiern, weil ich es am Dienstag nach Ostern nicht geschafft hab, alles vorzubereiten, dann ein anderes Kind Geburtstag feierte und nun hast Du Scharlach. Auch deine Party steht noch aus, weil wir das nicht in den Ferien machen wollten. Nun aber zurück zu Deinem 4.Lebensjahr. 4!

Groß bist Du geworden, kein Kleinkind mehr, sondern jemand, mit dem man sich unterhalten kann, der Witz hat und ganz viele eigene Ideen. Du bist nun ein Kindergartenkind und auch noch große Schwester. Du bist nach wie vor voller Energie, kannst kaum stillhalten und auch dein Mundwerk ist immer am Arbeiten, ob nun singend, erzählend oder rollenspielend. Du hast viel Empathie, spürst, wenn etwas nicht ok ist und kannst einem manchmal 10 Mal am Tag sagen, wie sehr Du mich oder Papa liebst. Mittlerweile hat aber auch das “blöde Mama” einen festen Platz in unserem Alltag gefunden. Du kannst auch mal richtig sauer werden, kreischst und stampfst dann. Allerdings habe ich oft das Gefühl, dass das etwas ist, was Du Dir im Kindergarten abgeguckt hast und es gar nicht so aus Dir kommt. Denn meistens möchtest Du alles richtig machen, kuscheln und bist unfassbar höflich. Zu Deinem Geburtstag hast Du Dich für jedes Geschenk bedankt, mehrfach. Und nachts fragst Du manchmal “Darf ich bitte mit Dir kuscheln, Mama?”

Dein neues Lebensjahr begann unter einem Schatten. Mein Vater – Dein Opa  – hatte kurz zuvor die Diagnose Krebs mit etwa einem Jahr Lebenserwartung bekommen. Ich kümmerte mich viel um ihn, und manchmal musstest Du mit ins Krankenhaus und hast auch mal nicht so schöne Dinge mitgekriegt. Im Mai starb Opa, wir setzten uns mit dem Thema sterben auseinander: Opa kam in den Himmel. Wie er denn da hin käme, mit dem Flugzeug? fragtest Du. Nein, er wurde von seinem Schutzengel abgeholt. Insgesamt warst Du nicht besonders angeschlagen, nur wenn ich sehr traurig war, wurdest Du es auch.

In der Krippe bereitete sich langsam alles auf den Abschied der Großen vor. Ich kriegte ein bisschen Herzweh, aus diesem schönen Nest, von diesen lieben Erzieherinnen weg zu müssen. Die waren mittlerweile schon etwas genervt von den größeren Kindern, die zeigten, dass sie reif für den Kindergarten waren. Du und Deine Freundin D. ganz vorne dabei, ihr liebtet Euch innig und konntet streiten wie die Großen. Ende Juli kam dann wirklich der Abschied, sehr schön gemacht: Am Ende wurdet ihr “rausgeworfen”, auf eine große Matte vor der Tür.

In den Sommerferien waren wir in Skandinavien unterwegs, durch Schweden nach Norwegen, wo wir erst Deine Tante A. besuchten und uns dann mit Tante N. in einem Ferienhaus am Nordfjord trafen. Die viele Autofahrerei hast Du super mitgemacht und der Urlaub mit soviel Familie hat Dir auch gut gefallen. Wandern ist nicht so ganz Deins, aber Du hast das Klettern entdeckt. Deine Tante A. hat Dich angeseilt und Du bist einige Meter die Steilwand hochgegangen. Wow.

Und dann kündigte sich auch für Dich langsam ein Großereignis an, von dem Deine Eltern schon länger wussten. Du würdest große Schwester werden. Noch war es sehr abstrakt für Dich, dass da in Mamas Bauch ein Baby heranwächst. Du wolltest auch unbedingt selbst ein Baby. Viele Gespräche führten wir darüber, was mit mir passiert, was mit Dir passiert und wie das wohl sein würde, wenn das Baby erst da ist. Ich hab mich sehr gefreut, dass Du Dich meistens auch auf das Baby gefreut hast und auch jetzt als große Schwester zuckersüß bist und ganz viel Kontakt zu Deiner kleinen Schwester suchst. Ganz stolz bist Du immer, wenn Du eine Weile auf sie aufpasst und sie dann nicht weint. Leider musst Du im Moment etwas zurückstecken, was Deine exklusive Mama-Zeit angeht, wenn die Kleine ein akutes Bedürfnis hat. Ich versuche, meine Zeit mit Dir ganz besonders zu genießen. Ich bin sehr gespannt, wie das mit Euch beiden weitergeht.

Seit dem Sommer bist Du nun ein Kindergarten-Mädchen. Die Eingewöhnung hat mal wieder super geklappt. Du bist gut in der Gruppe angekommen und gehst gerne hin. Vor ein paar Wochen hatte ich mein erstes Elterngespräch und auch da bestätigte Dein Erzieher M., dass Du ein gern gewählter Spielpartner bist. Aber so eine enge, besondere Freundschaft wie mit D. hat sich noch nicht ergeben. Vor Ostern hast Du mit Deiner Fuchs-Gruppe das erste Mal im Kindergarten übernachtet, ohne Probleme und stolz wie Oskar. Auch bei Deiner Großtante A., bei der Du regelmäßig bist, hast Du bereits zwei Mal übernachtet, auch im Hinblick auf die anstehende Geburt.

Nun haben wir mit Deiner kleinen Schwester wieder von vorne angefangen und ich muss ganz oft an unsere erste Zeit zusammen denken, weil Ihr beide Euch so ähnlich seid. Es ist wirklich toll, wie in den letzten 4 Jahren aus dem Baby ein richtiger Mensch, eine ganz eigene Persönlichkeit geworden ist. Besonders abends, wenn Du schon schläfst, schaue ich dich an und staune immer wieder. Ich sehe dieses Wunder, das wundervolle Kind, diesen tollen Menschen, der aus mir rausgekommen ist und mir quillt das Herz über vor Liebe.

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1 Monat kleines Mädchen

j+l KopieIch bin schon 2 Tage zu spät, denn hier ist es diese Woche mit den Geburtstagen des Mannes und der Großen richtig trubelig. Dafür schummeln wir ein bisschen und haben gleich noch die U3 Daten von heute mit dabei.

Einen Monat bist Du also bei uns und es fällt mir schwer zu sagen, ob “schon” oder “erst” richtig ist. “Schon”, weil die Zeit so schnell vergeht, “erst”, weil es sich schon viel länger anfühlt. Denn ja, Du bist bereits ein fester Teil dieser Familie geworden.

In den letzten 2 Wochen haben wir sowas wie ein bisschen Rhythmus entwickelt: Du musst vormittags und nachmittags einmal länger und fester schlafen. Nachts, nachdem wir dich bettfertig gemacht haben, schläfst Du erstmal 3 bis 4 Stunden am Stück und dann werden die Intervalle ein bisschen kürzer, bis Du wie ein Wecker um 6.30h die Windel vollmachen musst. Abhalten klappt echt ganz gut bei Dir, ich würde sagen 3 von 4 Schissen geht direkt ins Waschbecken. Wickeln ist nun auch nicht mehr das Drama wie anfangs, Du hast wohl nun genug Speck auf den Rippen.

Du bist Deine Schwester unglaublich ähnlich, im Äußeren, aber auch im Verhalten. Nur in ein paar Kleinigkeiten zeigt sich der Unterschied. Du bist nicht ganz so verfressen, wie die Große und schläfst auch nicht direkt an der Brust ein. Du verweigerst sogar die Brust, wenn Du einfach nur müde bist, an so was kann ich mich bei der Großen nicht erinnern. Und Du bist ein bissl eine Frostbeule. Nicht mehr ganz so schlimm, wie zu Anfang, aber kalte Füße hast Du immer noch gerne – im Gegensatz zu Deiner großen Schwester, die nienie friert und am liebsten immer ohne Socken und Schuhe rumrennt. Auch Dein erstes Bad hast Du im Gegensatz zu ihr genossen, was hatten wir für eine Freude.

Manchmal musst Du Deinen Frust, Deine Überreizung am Abend rausschreien. Da hilft nur Tragen und Streicheln, bis Du erschöpft einschläfst. Tagsüber hat sich das Tuch bereits öfter als Retter erwiesen, wenn Du mal wieder pünktlich zum fertigen Essen aufwachst oder ich einfach 2 freie Hände brauche. Aber insgesamt gehen alle Transportmittel bisher gut, auch der Kinderwagen oder Maxi-Cosi.

Du machst ganz wunderbare und lustige Grimassen. Manchmal ist da schon ein Lächeln dabei, aber auch Empörung, Flunsch und Drama gehen gut. Bei dringendem Hunger erreichst Du auch eine ordentliche Lautstärke. In Deinen kurzen wachen Phasen guckst Du schon aufmerksam um Dich. Deine große Schwester interessiert Dich sehr und Du lauscht immer ganz aufmerksam, wenn Sie dir was erzählt.

Heute haben wir dann also die U3 hinter uns gebracht. Alles prima, Du bringt 4500g auf die Waage und bist 57cm lang. Leichter als die Große, dafür länger. Am Dienstag hastDu noch den Hörtest gut bestanden, im 2. Anlauf, weil Du beim 1. Mal nicht geschlafen hast. Das ist ein bisschen der Nachteil der ambulanten Entbindung, dass man danach dann die Ärzterennerei hat…

Heute ist der letzte Tag Urlaub/Elternzeit vom Mann, nach Ostern sind wir auf uns Mädels gestellt. Ich bin gespannt, wie wir den Alltag meistern. Weil noch Ferien sind, fallen aber die Nachmittagstermine noch weg. Jetzt freu ich mich aber erstmal auf ein Familienwochenende.

12 von 12 im März

Gestern gemacht, aber erst heute geschafft einen Blogpost raus zu basteln. So war unser Samstag:

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Das erste Milchkoma des Tages. Ich hätte bestimmt auch 12 Fotos von 12 Stillsessions machen können….

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Die ersten Osterglocken des Jahres, mal schauen, wann sie blühen.

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Buchanschauen mit dem großen Kind. Während das kleine an der B*rust hängt.

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Oma hat das große Kind abgeholt, Zeit ein bisschen an Geburtstagsgeschenken zu arbeiten während das kleine Kind schläft: Eine Waschtasche für meine kleine Schwester …

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… die auf Eichhörnchen steht.

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Ich hatte die Hand schon in der Keksdose, da dachte ich, ein bisschen Obst wäre auch mal ganz gut.

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Dann dringend mal frische Luft schnappen und das Kind lüften.

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Hauswand-Mosaik. Die Wahrzeichen der Stadt.

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Geschwisterplüsch am Abend. (Ja, das große Kind hat einen Käse an der Stirn.)

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Das Essen war so lecker, dass nur das Nachher-Bild bleibt. (Festgestellt, dass der Mann und ich kein “unser Lied” haben, dafür “unser Essen”: das war dieses)

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Eine der Osterglocken wagt sich nun heraus. (Leider die falsche Vase fotografiert heute morgen, da tat sich über den Tag noch nix.)

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Tagesabschluss.

Mehr gibts wie immer hier bei Caro.

Zwei Wochen

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Klettern auf dem Krankenhaus-Spielplatz. (Wenn was passiert, ist es wenigstens nicht weit…) 

Seit genau 2 Wochen bist Du nun bei uns, unsere kleine Schildkröte, unser kleines “Pelli”. Du erinnerst mich unglaublich an Deine große Schwester. Vom Aussehen, aber auch vom ganzen Verhalten bist Du ihr sehr ähnlich. Schon nach nach wenigen Tagen hast Du so was von zu dieser Familie gehört. Alle meine Ängste, die ich hatte, wie ich das mit 2 Kindern hinkriege, dass ich alles verlernt habe, oder Du ganz anders funktionierst – alles weggeblasen. Klar gibt es Momente, wo ich denke, “Mensch, was ist denn jetzt noch?” Oder. “Wieso schreist Du?” Aber das sind kleine Ausnahmen, wie am Abend der U2, als Du eine halbe Stunde mal unberuhigbar schreien musstest. Ich habe insgesamt große Gelassenheit, selbst wenn Du mal schreist, oder alle Stunde trinken musst. Ich weiss, das vergeht alles wieder und manche Dinge kann ich nicht ändern. Denn bisher schläfst Du tatsächlich noch die meiste Zeit des Tages, ganz zu Anfang auch mal 4 oder 5 Stunden. Diese Abstände werden kürzer, aber so 2 längere Tiefschlafphasen am Tag brauchst Du schon. Im Gegensatz zu Deiner Schwester schläfst Du nicht direkt an der Brust ein, sondern dockst Dich ab, wenn Du satt oder im Koma bist. So langsam hörst Du auf, wie verrückt auf dem Wickeltisch zu kreischen, das hat Dir gar nicht gefallen. Ich bin gespannt, wie Deine Reaktion auf Dein erstes Bad ausfällt.

Ein bisschen Sorgen hat uns Dein Nabel gemacht. Der ist am Freitag nach der Geburt abgefallen und ich fand, der roch sehr komisch. Die Hebamme fand das zu dem Zeitpunkt noch nicht. Am Samstag hatte sich der Nabelgrund dann aber so gerötet, dass sie uns einen Besuch in der Bereitschaftspraxis am Klinikum nahelegte. Unterdessen versuchte sie ein Nabelpulver auf zu treiben, das aber wohl in allen Apotheken ausverkauft war. Unser erster Ausflug mit Baby ging also in Krankenhaus. Wir durften in einem extra Zimmer warten, weil man ein 5 Tage altes Baby dann eher nicht mit den “richtig” kranken Kindern zusammen tut. Naja, nach 1 Stunde waren wir durch, bekamen ein Rezept für ein Antiseptikum, (das die hebamme uns schon vorbeigebracht hatte, in Ermangelung ihres Pulvers) und der Diagnose Nabelentzündung. Die große Schwester konnte sich unterdessen noch auf dem Spielplatz austoben. Am Sonntag sah schon alles nicht mehr so schlimm aus, und wir sparten uns sogar den Arztbesuch am Monatg, weil am Dienstg eh U2 anstand. Die verlief super, die Ärztin war toll und wir hinterliesen einen Haufen Hautschuppen unseres “Pellis” und einen Pipifleck auf dem Untersuchungstisch…

Deine große Schwester ist echt super zu Dir, regelmäßig gibt es Küsschen und sie möchte Dich unbedingt tragen. Überhaupt möchte sie gerne helfen und mitmachen und ist immer ganz stolz, wenn sie mal (kurz) auf Dich aufpasst und Du nicht weinst. Heute vermeldete sie auch stolz, dass sie sich jetzt an das Weinen gewöhnt hat und sich nicht mehr die Ohren zu halten muss… Die erste Woche war etwas anstrengender mit ihr, weil sie auch ein bisschen unter Schlafmangel litt, es war dann doch alles aufregend. Insgesamt bin ich überrascht, wie gut ich es hinkriege auch Zeit mit ihr zu verbringen, sie sogar ins Bett zu bringen – mal mit, mal ohne Baby. Ich habe mir da wohl viel zu viel Sorgen gemacht, zumindest bisher läuft das alles sehr problemlos.

Mir geht es recht gut, ich erhole mich gut von der Geburt. Der Mann kocht und schmeist den anfallenden Haushalt. Nur am ersten Sonntag hat es mich ausgeknockt, mit wechslendem Schüttelfrost und Hitzewallungen. Der Schüttelfrost sei wohl auf Milcheinschuss/Brust/Brustentzünding zurück zu führen, sagte meine Hebamme und empfahl mir eine Parcetamol. Schwitzen käme von den Hormonen. Erstes hat sich dann auch erledigt, letzteres quält mich weiterhin nachts. Naja, wenn es sonst nichts ist. Der erste “richtige” Ausflug am Montag war dann doch etwas anstrengend – wurde dafür mit meinem ersten Sushi nach der Schwangerschaft belohnt! Aber gestern und heute war ich jeweils eine Runde mit dem Kinderwagen draußen und das war toll. Frische Luft und Sonne, bald kommt der Frühling!

 

 

ET+12 oder ein Geburtsbericht

Annette+JohannaIch denke viel an diese Geburt und immer wenn ich es tue, bin ich glücklich bis euphorisch. Zuallererst: Sie hat sich von alleine auf den Weg gemacht! Ich bin so stolz auf diesen Körper und dankbar, dass mein Misstrauen ihm gegenüber letztendlich unbegründet war.

Also, wir hatten uns nun am Sonntagabend damit abgefunden, dass es nun die Einleitung wird, satt mit Warterei. Das Kind (also das große ;-)) und ich hatten am Samstag noch mal Plätzchen gebacken, am Sonntag waren Freunde zum Frühstück da und wir haben die letzten Erledigungen in der Wohnung für meine Mutter gemacht. Der Mann hatte Urlaub, alles war geplant. Und dann legte das Kind (also das kleine) einfach so um 3 Uhr mit Wehen los. Erst dachte ich noch, es könnten Blähungen sein, die mich schon ein paar Tage quälten, aber sie kamen regelmäßig. Also stand ich nach 3 oder 4 Wehen auf und aß erstmal eine Schlüssel Müsli. Es waren keine starken Wehen, etwa wie Mens-Schmerzen, aber sie kamen in 4-6 Minuten Abständen. Und da die zweiten ja oft schneller kommen, dachte, ich wir fangen mal an zu organisieren: Mann geweckt, Babysitter angerufen. Meine Tante ging nicht ans Telefon. Es brauchte 3 Versuche, weil sie natürlich genau in dieser Nacht das Telefon nicht am Bett hatte, weil wir alle davon ausgingen, die Show sei gelaufen. Das große Kind war in der Zwischenzeit natürlich wach geworden, aber lungerte müde in unserem Bett rum. Sie wanderte dann friedlich mit meiner Tante in ihr Bett und wir machten uns auf zum Krankenhaus, mittlerweile musste es nach 4 Uhr sein. Der Weg war so kurz, dass ich noch nicht mal eine Wehe im Auto veratmen musste.

Im Kreißsaal wurden wir von einer etwas müden Hebamme begrüßt und in einen Kreißsaal gebracht. Ohne Wanne. Aber ich sah die Tür zu dem Kreißsaal mit Wanne aufstehen und sagte, dass ich gerne in die Wanne wollte. Nichtsdestotrotz schickte sie uns in den anderen, kam aber ein paar Minuten später wieder und sagte, sie zieht noch ein neues Laken auf und dann können wir in diesen. Yippiehyay. Es wurde ein CTG geschrieben, während ich auf der Bettkante die Wehen veratmete und der Mann mit Kaffee versorgt wurde. Dann kriegte ich noch einen Ultraschall – die Ärztin schallte 3500g mit der Ansage, sie schalle eher zu wenig als zu viel. Die Untersuchung des Mutermundes sagte so 1,5cm. Also, eher keine schnelle Geburt… Wir sollten noch ein bisschen rumlaufen, wohl um den Schichtwechsel um 6h zu vereinfachen. Nach dem Weg in die Notaufnahme, um uns richtig anzumelden, hatte ich aber keine Lust, da ich die Wehen am besten im Sitzen aushalten konnte. Also wurde die Wanne eingelassen. Nach dem Schichtwechsel betreute uns eine jüngere, sehr sympathisch wirkende Hebamme. Nebenan vertönte eine Frau sehr laut ihre Wehen.

Bald saß ich in der Wanne, atmete, entspannte, atmete, ließ mir von Mann Wasser reichen und Bonbons organisieren.  Ich hatte ein Tuch zum festhalten. Die Wehen wurden langsam stärker, aber ich hatte irgendwie das Zeitgefühl verloren. So um 8 meinte die Hebamme, die viel bei der laut vertönenden Frau war, dass da wohl bald ein Baby da sei und sie dann mehr Zeit für uns hätte. Ich fand es nicht schlimm, denn mein Körper sagte mir, was ich machen musste und ich hatte das Gefühl, es gut aushalten zu können. Also, schön ist was anderes, aber es war ok, ich hatte das Gefühl zu arbeiten und voranzukommen. Irgendwann platzte die Fruchtblase, sehr merkwürdiges Gefühl, immer wieder Wasser zu verlieren. Dann wurde der Druck nach unten hin stärker, was vor allem hieß, dass ich in den Wehenpausen weiterhin Schmerzen hatte.

Gegen 9 untersuchte mich die Hebamme. 4cm. Oh Mann, was für eine Enttäuschung nach 6 Stunden Arbeit. Aber die Hebamme sprach mir Mut zu, dass alles gut voran ginge. Bald wurden sie Wehen auch stärker und ich könnte nicht mehr im Sitzen veratmen. Ich knie und hing im Seil, wel auch meine Finger mittlerweile kaum noch Kraft zum festhalten hatten. Die Wehen wurden wieder stärker und irgendwann fragte ich, wann der richtige Zeitpunkt sei, nach der PDA zu fragen, weil ich das Gefühl hatte, es zog sich alles ewig. Sie meinte, wenn Frauen das fragten, dann dauere es meist nicht mehr lang. Und bald hatte ich auch so was wie eine erste Presswehe. Zwei Wehen später kam wieder eine, da war die Hebamme dabei und fragte, seit wann das so sei. Sie bereite also alles vor, das sah wirklich nach Fortschritt aus – endlich. Wir sollten Bescheid sagen, wenn Druck auf den Po käme. Und dann wurde es plötzlich schnell ernst. Ich musste mich hinstellen, knien ging auch nicht mehr und der Mann sollte Bescheid sagen. Am Rande kriegte ich mit, wie offensichtlich eine Ablösung unserer Hebamme organisiert wurde, weil es bei der anderen Frau wohl auch jetzt erst ernst wurde (die tat mir echt leid, war seit 6 Uhr oder so am laut vertönen). Die Wanne wurde abgelassen und ich rutschte kurz. Die neue Hebamme handelte schnell und holte mich aus der Wanne auf eine Matte und hängte mich an den Mann. (Im nachhinein sicherlich ganz praktisch so, denn das Wasser in der Wanne war inzwischen kalt, da hätte das Baby bestimmt einen Schock bekommen. Mir hatte das nichts ausgemacht, weil ich so am Schwitzen war).

Da war ich dann, mitten im Geburtsvorgang, ich spürte die Dehnung durch das Köpfchen. Das tat scheißeweh, aber gleichzeitig war das Ziel zum Greifen so nah. Ich presste was das Zeug hielt. Die Hebamme forderte mich auf nach dem Köpfchen zu greifen, aber ich musste mich so konzentrieren, dass ich das ausschlug. Der Mann ächzte als Stütze, jetzt musste er auch ein bisschen mitarbeiten. Ich presste und feuerte mich selbst an: „Jetzt aber.“ Dann wartete ich auf eine Wehe, die aber nicht kam und versuchte alleine da rum zu pressen, was aber nicht so gut funktionierte. Aber dann, mit der nächsten Wehe war das Köpfchen da. Puh. „Es will schon schreien, aber jetzt noch die Schultern,“ sagte die Hebamme. Da zog es noch einmal heftig und dann wurde mir ein Kind zwischen meinen Beinen durchgereicht.

Wow. Dieser Moment, dieses Gefühl, dass es geschafft ist, dass ich mein Kind in den Armen halte, unglaublich. Wir wurden auf das Bett verfrachtet. Kurz kam es etwas Hektik auf, weil ich wohl noch stärker blutete und eine Oxytocin-Spritze im Raum, aber dann ging es wohl. Dafür begann nun das Kind zu schreien. Ausgiebig musste sie ihren Unmut über diese dann doch schnelle Geburt kundtun, etwa eine halbe Stunde lang war sie unberuhigbar. Der Mann und ich schauten uns an und hatten ein bisschen Angst, dass wir nun ein Schreikind mit nach Hause nehmen. Aber dann beruhigte sie sich doch, wir legten an. Wir bekamen was zu Essen, ich duschte noch und ein bissl Papierkram stand noch an. Die Ärztin für die U1 lies sich Zeit, aber es war klar unser Kreißsaal würde gebraucht. Es war immerhin der mit Geburtswanne und seit wir auf dem Bett lagen, hatte es bestimmt schon 3 Mal am Kreißsaal geklingelt. Auf dem Weg nach Hause besuchten wir noch kurz eine Mitteilnehmerin meines Geburtsvorbereitungskurses, die nach Kaiserschnitt noch auf der Station lag. Da war ich so froh, mich für eine ambulante Geburt entschieden zu haben, weil die Zimmer echt klein und ein bisschen muffig waren. Um 15.30 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Ich bin so dankbar und glücklich für so vieles an dieser Geburt: Dafür, dass es alleine losging; dass die 9 Stunden Wehen ok für mich waren, die meiste Zeit zumindest; dass ich in die Badewanne konnte; dass mein Körper mich dadurch geleitet hat; dass ich selbstbestimmt, ohne Intervention dieses Kind bekommen konnte; dass der Mann sich diesmal nicht so hilflos gefühlt hat; dass ich diese Geburt bei vollem Bewusstsein erlebt habe; dass es sich wahnsinnig gut anfühlt, diese Leistung, diese Kraft aufgebracht zu haben;  dass ich meinem Körper vertrauen kann und dass wir beide gesund und unversehrt sofort nach Hause gehen konnten.

Und hier noch die “Fakten”:

Datum: 22.2.2016 | Zeit: 11:47h | Gewicht: 3620g | Größe: 53 cm | Kopfumfang: 35 cm 

März

Blumen.jpegDer März ist in diesem Haushalt und dieser Familie ein geburtstagsreicher Monat. Wir werden viel feiern! Und auch sonst steht viel an:

 

In diesem März  …

… werden wir den 4. Geburtstag der großen Tochter feiern

… bin ich noch komplett im Wochenbett

… werden wir den Geburtstag vom Mann feiern

… wird Ostern wohl ein Familienfest bei uns steigen

.. ist Elternsprechtag im Kindergarten

… möchte ich Eier hübsch bemalen und zusammen mit der Großen basteln

…müssen noch einige  Geschenke für weitere Geburtstage von Freunden und Familie, vor allem der Lieblingsschwester, gekauft und/oder gebastelt/ genäht werden.

… möchte ich die Wohnung mal wieder länger zu Fuß verlassen und mit dem Baby um den Bauch ein paar Sonnenstrahlen einfangen

… haben wir eine U2 (heute), eine U3 und eine U8

… wird das große Kind an der Kindergartenübernachtung teilnehmen

… möchte ich am Gründonnerstag eine Grüne Soße machen

Inspiration von Frau Frische Brise.